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Namibia 2017 - Reisebericht - Mit der Dose, Interesse?
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- Ausfahrten / Treffen / Urlaub / Reisen / Veranstaltungstipps



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sepp



Moderator
8107 Beiträge
 

Namibia 2017 - Reisebericht - Mit der Dose, Interesse? , 21 Apr. 2017 19:15


Hallo zusammen.

Ich habe hier ja schon einige USA Reiseberichte eingestellt, auch solche Touren, die wir nicht mit der H-D, sondern mit der Dose gefahren sind.

Im März 2017 waren Steffi_883 und ich (bzw. hatten das Vergnügen) 2 1/2 Wochen in Namibia.

Ich fange jetzt einfach mal an und wenn es gefällt mache ich weiter.

Auf den "Geschmack" kamen wir durch Ragetti und Eli, die uns die notwendigen Tipps gaben, uns viele tolle Bilder zeigten und immer eine Antwort auf unsere unzähligen Fragen hatten.

Namibia ist kein H-D Land, obwohl wir insgesamt 3 verwegene H-D Fahrer dort gesehen haben. Geländemotorräder sind eher angesagt, da fast alle Straßen - bis auf die paar wenigen Ost-West und Nord-Süd Verbindungen und die Hauptstraßen in den "größeren" Städten - Gravelroads sind, teilweise mit tiefen Schlaglöchern und Sandverwehungen und wie bei uns zur Regenzeit, tiefen Flussdurchfahrten, da Brücken Mangelware sind.

Der Vorteil, man kann stundenlang unterwegs sein und trifft dabei, je nach Strecke, keinen Menschen und schon gar kein Fahrzeug.

Das Land selbst ist genial einfach zu bereisen (4x4 ist sinnvoll) und etwas völlig anderes als unsere geliebte USA (ich rede von der Landschaft, der Weite und den Naturschönheiten) und wir waren dort sicher nicht zum letzen Mal.

Die Flüge waren schnell gebucht, da Qatar Airlines (QR) eine Promotion herausgab und die Strecke Doha - Windhoek neu in ihr Programm aufnahm und wir eh über die Wüste mit Zwischenstop fliegen wollten.

D.h. Frankfurt (FRA) - Doha (DOH) - Windhoek (WDH), insgesamt 14 Stunden Flugzeit.

Die Unterkünfte wurden durch eine Reiseagentur reserviert, ebenso ein Ford Ranger 4x4, mit zuschaltbarem Allrad, Untersetzungsgetriebe und Sperrdifferenzial. (Übertrieben? Nein, wir haben allen "SchnickSchnack" gebraucht.)

Da wir den Urlaub entspannt beginnen wollten fuhren wir gegen Mittag, an einem trüben Märztag, nach FRA, stellten unser Fahrzeug direkt im P3 ab und gingen zum T1, Halle B, um unseren Koffer abzugeben. Das war innerhalb von 2 Minuten erledigt, da ich bereits online eingecheckt hatte.

Zum Mittagessen gaben wir der Air Canada Lounge im B Bereich die Ehre, achteten jedoch auf die "Schlanke Linie", da wir im Flieger noch was essen wollten.

Das Abdocken um 16.00 Uhr war pünktlich und zunächst wurde dieses Bild auf unseren Monitoren eingeblendet.

Ok. Andere Länder, andere Sitten.

Nach einem Gläschen Schampus für Madame und einem O-Saft für mich ging es zügig in die Luft.

Platz war genug und die A350 ein neues Fluggefühl für uns.

Die Zeit bis DOH wurde mit einem Rinderfilet und ein bisschen Filmeschauen verkürzt. Dort hatten wir 2,5 Stunden Aufenthalt und verweilten zunächst im riesigen Duty Free Bereich, dessen Preise jedoch um einiges höher waren als in FRA. In der QR Lounge nahmen wir noch ein paar Getränke und Snacks zu uns bevor es mit einer nagelneuen A787 weiterging.

Ich bekam von dem Flug eigentlich nicht viel mit, da ich mich gleich nach dem Start in die Horizontale begab und schlief, bis ich kurz vor der Landung zum vorbestellten Frühstück geweckt wurde.

So sah es kurz vor WDH aus. Das Wetter schien hervorragend zu sein und mit angekündigten 26C genau richtig für den Anfang.

(Ja, es wurde noch wesentlich wärmer )

Wir waren die Ersten am Immigration Schalter und unser Gepäck purzelte ebenfalls sehr schnell vom Band, so dass wir nach wenigen Minuten bereits am Mietwagenschalter standen, die Papiere entgegennahmen, noch ein bisschen Bares aus dem Automaten zogen und uns zum Parkplatz aufmachten. WDH ist ein Miniflugplatz, alles sehr überschaubar und mit kurzen Wegen.

Ein weißer Ford Ranger stand vollgetankt bereit und nachdem mich ein netter junger Mann eingewiesen hatte ging es auch schon los.

ACHTUNG: Wir fahren auf der falschen Seite. Linksverkehr ist angesagt!

Gleich in einen Kreisverkehr eingefahren. Puh, alles richtig gemacht.

An einer Tanke, noch im Flughafenbereich, ein paar Flaschen Wasser gekauft, dann auf eine geteerte Straße und links ab.

Dort liefen uns die ersten Warzenschweine vor das Auto, welche nicht die Letzten gewesen sein sollten. (Überfahren habe ich aber keines der Tiere.)

Hauptstraße zur Rushour, wenige Kilometer vom Flughafen entfernt.

Wir hatten an diesem Tag nur 70km bis zur GocheGanas Lodge vor uns und das war gut so, denn die Strecke war nicht einfach, da es die Tage vorher viel geregnet hatte und die Straße oftmals überflutet war und wir nie wußten, wie tief das Wasser stand.

Andere Verkehrsteilnehmer, bis auf die beiden im folgenden Bild, gab es nicht, die ich hätte fragen können.

Aber wir hatten Glück, im Gegensatz zu diesem LKW, der im Schlamm einsank.

Jetzt ging es richtig los aber ich erspare Euch weitere Wasserdurchfahrten.

Das Nest einer Webervögel Kolonie.

Ein Ranger sagte mir später, dass man sich nie direkt unter ein solches Nest stellen soll, da immer wieder Schlangen versuchen in den bodenwärts gelegten Eingang zu gelangen und von den Vögeln angegriffen werden und dann herabfallen. Ob das wohl so stimmt?

Nach den Warzenschweinen (Bild kommt später) die ersten größeren Tierchen am Straßenrand.

Und noch so ein Bursche.

Die Lodge war nun erreicht und wir hüpften erstmal in den Pool zur Abkühlung bevor es was zu Futtern gab.

Hier herrschte nach dem Abendessen Totenstille und eine Dunkelheit, an die ich mich erst gewöhnen musste.

Der erste Tag ist somit abgearbeitet und wenn es gefällt schreibe ich in den nächsten Tagen weiter.

Die Bilder sind von der Qualität her eher bescheiden, was an unserem Equipment liegt und auch daran, dass ich die Bilder für das Forum stark verkleinern musste, damit die erlaubte Größe nicht überschritten wird.

Kommentare sind erwünscht!




Geändert von sepp am 22.Apr.2017 6:50
 
 
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Kleinemaus04



Moderator
6416 Beiträge

RE: Namibia 2017 - Reisebericht - Mit der Dose, Interesse? , 21 Apr. 2017 20:04


Hört sich klasse an 

Danke für die Ausführlichen Beschreibungen.

Mal eine Frage.. da lese ich was von Schlangen und Vögeln, Löwen gibts da ja auch dort. Ist das dann was für Mäuse????? 

KA EM


 
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sepp



Moderator
8107 Beiträge

RE: Namibia 2017 - Reisebericht - Mit der Dose, Interesse? , 21 Apr. 2017 20:09




Kleinemaus04:

Hört sich klasse an 

Danke für die Ausführlichen Beschreibungen.

Mal eine Frage.. da lese ich was von Schlangen und Vögeln, Löwen gibts da ja auch dort. Ist das dann was für Mäuse????? 

KA EM


Bei der großen Schlangenpopulation: AUS die MAUS!


 
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ragetti



Moderator
6204 Beiträge

RE: Namibia 2017 - Reisebericht - Mit der Dose, Interesse? , 21 Apr. 2017 20:23


nein Ute für Mäuse besteht da keine Gefahr 

die werden gleich schon präventiv  am Flughafen fritiert 






Viele Grüße aus dem schwäbischen Teil des Nordschwarzwaldes

Rolf




Loud pipes save lives
 
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LuckyLouise




648 Beiträge

RE: Namibia 2017 - Reisebericht - Mit der Dose, Interesse? , 21 Apr. 2017 21:58


Danke für den Bericht!

Ich freue mich schon auf die Fortsetzung!

LG aus dem Elsass
Véro
 
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nighttrainknox




3894 Beiträge

RE: Namibia 2017 - Reisebericht - Mit der Dose, Interesse? , 21 Apr. 2017 23:38


Klasse, Sepp,

gerne mehr

Gruß

Steffen



 
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Mande




7283 Beiträge

RE: Namibia 2017 - Reisebericht - Mit der Dose, Interesse? , 22 Apr. 2017 11:36


Passt doch Sepp! 

Auch ohne Moped ein sehens-lesenswerter Bericht.

Andreas aus CH
www.twincam-forum.info
www.twincam-forum-nr1.de


 
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BLUETHUNDER



Moderator
10680 Beiträge

RE: Namibia 2017 - Reisebericht - Mit der Dose, Interesse? , 22 Apr. 2017 12:11


@Sepp,

suuuuuuppppeeeeerrrrrr

Bitte weitermachen.

BLUETHUNDER
aus der Oberpfalz im Freistaat Bayern
Mehlfach


 
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sepp



Moderator
8107 Beiträge

RE: Namibia 2017 - Reisebericht - Mit der Dose, Interesse? , 22 Apr. 2017 16:47


Nach einem guten Frühstück, wir waren mal wieder die Ersten  und einem kurzen Plausch mit der Managerin machten wir einen einstündigen "Self Guided Walk" durch die Gegend auf einem markierten Wanderpfad.

Uns hatte man versichert, dass dies ohne Gesundheitsrisiko machbar sei, da bis auf ein paar Schlangen (haben wir nicht zu Gesicht bekommen) keine gefährlichen Tiere in dieser Gegend leben würden. Das Hyänen- oder Schakalgeheule, keine Ahnung was es genau war,  der vergangenen Nacht blendete ich aus.

Dick mit Antibrumm eingesprüht und los ging es, zunächst noch bei angenhmer Kühle, jedoch war die Sonne nach wenigen Wanderminuten schon dermaßen in Fahrt, dass wir ordentlich ins Schwitzen gerieten.

Bis auf ein paar Giraffen (kennt ihr ja ) und Paviane, welche aber sehr weit entfernt von uns herumtollten, sahen wir kein weiteres "Game".

Nach dem Auschecken fuhren wir zunächst über eine unbefestigte Piste, später auf einer der wenigen Asphaltstraßen, an Groot Aub vorbei bis Rehoboth.

Dort bot sich wieder einmal eine Tankstelle zum Wasserfassen und nochmaligem Bargeldbezug an, bevor das Namibische Zentralhochland auf uns wartete.

Von hier bis zu unserem Ziel, der Moon Mountain Lodge, waren wir praktisch alleine auf der Straße. Auf den folgenden rd. 220 Kilometern sahen wir keine 5 Fahrzeuge und genauso wenige Menschen.

So wie auf dem Bild zu sehen (hier der Remhoogte Pass) zog sich die Strecke dahin, bergauf und bergab mit ein paar kleineren Flussdurchquerungen, aber immer auf einer recht gut zu befahrenden Piste.

Während einer kurzen Pause (muß ab und an ja mal sein) kamen diese Gesellen den Hang herunter.

Leider wollten die Paviane nicht näher kommen, sondern verzogen sich recht schnell wieder in ein kleines Tal.

Gegen Nachmittag kamen wir an die Grenze des Namib Naukluft Zebra Park an dessen Grenze unsere Bleibe für die nächsten zwei Tage an einem "Abhang" lag. 

Erreichen konnte wir die tented Bungalows nur unter Zuhilfenahme des 4x4.

Die Gäste, die kein 4x4 hatten, mussten im Tal warten und wurden dann von einem Angestellten mit einem Toyota Landcruiser abgeholt. Sieht auf dem Bild harmlos aus, aber es war extrem steil und steinig.

Zwischenzeitlich war das Thermometer auf über 35 Grad geklettert und da zu jedem Bungalow ein eigener kleiner Pool gehörte, nahmen wir diesen Service auch gleich in Augenschein.

Da die Gästezahl, ob der wenigen "Hütten", überschaubar war gab es auch keinen Rummel und bis auf den Sundowner und das gemeinsame Dinner sahen und hörten wir von den Anderen nichts.

Nach dem Abendessen faszinierte mich der unglaubliche Sternenhimmel mit dem "Kreuz des Südens", einer ganz deutlich zu sehenden "Milchstraße" und weiteren X Sternen.

Nach einem Absacker in Form einer Coke Light gingen wir zeitig zu Bett, denn am nächsten Morgen hatten wir eines der Highlights eingeplant.

Die Lodge versorgte uns mit einem Frühstückspaket zum Mitnehmen, da wir nicht auf das reguläre waren wollten.

Der allmorgentliche Berufsverkehr ist hier in weiter Ferne und das Fahren entspannt und stresst nicht.

Wir starteten um 06.00 Uhr und die nächsten 70 Kilometer bis zur Einfahrt in den Namib Nationalpark kam uns ein Fahrzeug entgegen

In Sesriem kauften wir unser Permit und drin waren wir.

Auf rd. 50 Kilometer und so weit das Auge reicht nur Sanddünen und zunächst kein Mensch weit und breit.

Kurz vor dem Sossusvlei war Schluss mit lustig, aber wir waren durch unsere Freunde Rolf und Eli vorgewarnt.

Die befestigte Straße hörte auf und die letzten 4km bestand aus einer tiefen Sandpiste. Bevor es auf diese Piste geht stehen geschäftstüchtige Einheimische und bieten das Umsteigen auf geländegängige Toyotas an.

Dieser Service wurde rege in Anspruch genommen.

Wir schauten uns das eine Zeitlang an und entschieden selbst zu fahren, ohne den Reifendruck abzusenken.

4x4 mit Untersetzung eingelegt, 3 Gang und Vollgas (Danke Rolf).

So etwas bin ich zuvor noch nie gefahren und es war ein Erlebnis. Zeitweilig dachte ich die Karre fliegt auseinander und ich war ständig darum bemüht am Gas zu bleiben. Stillstand bedeutet Abschleppen gegen ordentlich Bares. Die Jungs warten darauf.

Einige Fahrer, die die Hinweisschilder wohl nicht beachtet hatten blieben im tiefen Sand stecken und mussten herausgezogen werden.

Es hat sich aber gelohnt, oder?

Wir hielten uns dort rd. 2 Stunden bei 40 Grad auf, hüpften in den Dünen umher und machten uns langsam wieder auf den Rückweg.

Dann dasselbe Spiel. Vollgas und durch.

Auch fuhren wir wieder an im Sand eingesunkenen Fahrzeugen vorbei, die gerade ausgebuddelt wurden. Ein Trecker stand schon für das Abschleppen bereit.

Wir besuchten noch den Sesriem Canyon und waren am späten Nachmittag wieder bei unserer Unterkunft, wo wir noch ein paar Oryx und Strauße beobachteten.

Dieser Tag wird uns lange oder auch ewig in Erinnerung bleiben.




Geändert von sepp am 22.Apr.2017 16:58
 
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Kleinemaus04



Moderator
6416 Beiträge

RE: Namibia 2017 - Reisebericht - Mit der Dose, Interesse? , 23 Apr. 2017 17:25


AUS DIE MAUS? FRITTIERT AM FLUGHAFEN??????

Da geh  ich nich hin...

KA EMle

ich fliege 


 
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Karl H.



Moderator
12311 Beiträge

RE: Namibia 2017 - Reisebericht - Mit der Dose, Interesse? , 23 Apr. 2017 17:56


Danke fürs Schreiben, Sepp! Und natürlich für die tollen Bilder! 

Gruß
Karl

Ich glaube nicht, dass ich mich irren kann. Denn als ich glaubte mich zu irren, hatte ich mich geirrt
 
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e-glide cascais




4008 Beiträge

RE: Namibia 2017 - Reisebericht - Mit der Dose, Interesse? , 24 Apr. 2017 09:14


Sepp,

schöne Bilder und anschaulicher Text - ich freu mich auf die Fortführung.

Gruß Reinhard


 
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Rockerbox-FLHT




840 Beiträge

RE: Namibia 2017 - Reisebericht - Mit der Dose, Interesse? , 24 Apr. 2017 14:15


Sehr schön, Sepp! Ich nehme auch mal hier Platz!

Gruß, Sven


 
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FLHRCI



Moderator
19747 Beiträge

RE: Namibia 2017 - Reisebericht - Mit der Dose, Interesse? , 26 Apr. 2017 17:21


cool Sepp, danke

Warte auf die Fortsetzungen

Gruss Hans

I-mehl
twincam-forum
harley-café-dresden
 
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sepp



Moderator
8107 Beiträge

RE: Namibia 2017 - Reisebericht - Mit der Dose, Interesse? , 26 Apr. 2017 19:12




FLHRCI:

cool Sepp, danke

Warte auf die Fortsetzungen

Gruss Hans

I-mehl
twincam-forum
harley-café-dresden
@Hans
Ich musste eine kleine Schaffenspause einlegen.
Geht gleich weiter.


 
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sepp



Moderator
8107 Beiträge

RE: Namibia 2017 - Reisebericht - Mit der Dose, Interesse? , 26 Apr. 2017 20:32


Hi

Damit Ihr Euch in etwa vorstellen könnt wo wir uns zu diesem Zeitpunkt befanden:

C19, im Norden Solitaire und im Süden Sesriem, an der engen Stelle zwischen Naukluft Mountain Zebra Park und Namib Naukluft National Park.

Ein heftiges Gewitter schreckte uns um Mitternacht auf. Es goss in Kübeln und die Temperatur ging auf ein erträgliches Maß zurück.

Da wir am Bungalow rundum alles geöffnet hatten was zu öffnen war regnete es natürlich in die Hütte hinein. War nicht weiter schlimm, da das Wasser durch die Spalten der Holzdielen wieder ablaufen konnte.

Morgens war der Spuk vorbei und das Wetter war nicht mehr zu beanstanden.

Nachdem wir gemütlich gefrühstückt und unsere sieben Sachen im Auto verstaut hatten fuhren wir los in Richtung Norden. Das heutige Ziel war Swakopmund, eine durch und durch "deutsche" Stadt, an der Atlantikküste.

Nach wenigen Kilometern erreichten wir Solitaire, der Ort des "weltbesten" und "weltbekannten" Deutschen Apfelkuchens.

"Ort" ist leicht übertrieben. Eine Tankstelle, eine Bäckerei, eine kleine Lodge, drei verfallene Hütten und jede Menge Schrott, aber liebevoll hergerichtet.

Klar war, dass wir den Apfelkuchenkaufen mussten, da wir entsprechend vorbereitet wurden.

Von dieser "lieblichen" Ortschaft aus machten wir uns auf zur Namibdurchquerung, selbstredend auf Schotterpisten und mit relativ viel Verkehr (geschätzt: pro halbe Stunde ein Fahrzeug).

Wildpferde am Straßenrand, total abgemagert. Wo die Pferde ihr Wasser herbekommen konnte ich nicht feststellen. Anscheinend wird ihnen zugefüttert, da sie sonst verhungern würden. Sie sollen von Pferden der deutschen Kolonialtruppen abstammen, die vor über 100 Jahren ausgebüchst oder freigelassen wurden.

Vor uns treffen zwei Hauptstraßen aufeinander.

Die C14 (eine gut ausgebaute Bundesstraße) auf der wir fahren und nach rechts ab die D1982 (eine Landstraße), die nach Windhoek führt.

Nach rd. 230km hatten wir die Namib durchquert und kamen in Walvis Bay am Atlantik an. Dort war es richtig frisch und eine Fleecejacke war angesagt.

An der Wasserkante verputzen wir die beiden riesigen Apfelkuchenstücke (Ihr erinnert Euch ) und betrachteten die vorbeifahrenden Ozeanriesen und die Flamingos.

In Walvis Bay war der Unterschied zwischen arm und reich extrem. Luxusvillen mit Meerblick und ein Block dahinter Wellblechhütten mit Wänden aus Plastikmüllsäcken und für die "Mittelschicht" sogenannte "Mandela Häuser", die wir aus Südafrika kannten.

Die letzten 50 Kilometer bis Swakopmund fuhren wir auf einer geteerten Straße, immer an der Küste entlang.

Linke Seite Wasser, dann die Straße und 10 Meter weiter rechts die Sandwüste.

In Swakopmund angekommen stellten wir zunächst unser Fahrzeug auf dem umzäunten und bewachten Gelände von "Meike´s Guesthouse" ab, bezogen unser Appartement und begaben uns dann auf Entdeckungstour durch die Stadt.

Strand, Leuchtturm, Tourimarkt, viel Verkehr und Menschen. Nichts für mich!

Hier wird DEUTSCH gesprochen und geschrieben.

Zwei Beispiele:

und

Nach dem Bummel mussten wir noch ein paar Vorräte besorgen und gingen in einen SPAR Supermarket. Die Preise sind ähnlich wie bei uns, was doch verwundert, da der durchschnittliche Monatslohn eines Arbeiters bei rd. 300,-€ liegt. Ansonsten mussten wir uns nicht groß umgewöhnen. Es gibt fast alles, was es auch hierzulande gibt.

Auf Anraten von Rolf und Eli bestellten wir einen Tisch im Hotel Hansa. Der Dining Room öffnete Punkt 19.00 Uhr und die Schiebetür wurde von einem livrierten Pagen geöffnet.

Wir fühlten uns in diesem Speisesaal um 100 Jahre zurückversetzt und warteten auf das Eintreffen von ein paar Offizieren der Deutschen Schutztruppe.

Im Radio erklangen verschiedene Lieder von Heintje und deutsche Volkslieder, wie "Am Brunnen vor dem Tore", usw.

Das Essen war ausgezeichnet und die Preise entsprechend.

Vor dem Hotel bewachte ein "Carboy" unser Fahrzeug für ein paar namibische Dollar.

Wir verließen gg. 22.00 Uhr das Restaurant und die zuvor trubelige Stadt war wie ausgestorben. Keine fahrenden Fahrzeug und keine Menschen mehr auf der Straße zu sehen und stockdunkel.

Komisches Gefühl, gut dass wir das Auto direkt vor dem Eingang geparkt hatten.

(Wer nähere Infos über die beschriebenen Unterkünfte/Restaurants möchte, kann sich diese im Internet anschauen. Alle haben eine Homepage.)




Geändert von sepp am 26.Apr.2017 20:35
 
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sepp



Moderator
8107 Beiträge

RE: Namibia 2017 - Reisebericht - Mit der Dose, Interesse? , 01 May. 2017 07:52


Swakopmund - Twyfelfontain (zweifelhafte Quelle)

Nach einer sehr ruhigen Nacht und interessanten Gesprächen im Frühstücksraum - u.a. wollte uns ein Ehepaar weissmachen, dass sie mit ihrem heckangetriebenen Fahrzeug auch locker dort noch fahren können, wo wir nur mit 4x4 und Highclearence durchkommen - (man trifft auf so einer Reise auch einige seltsame Gestalten) wurde getankt und dabei festgestellt, dass der vordere linke Reifen etwas platt aussah.

Ein Tankwart überprüfte den Luftdruck und stellte fest, dass ordentlich Luft fehlte und meinte, dass der Reifen einen Schaden hätte.

Mit mulmigem Gefühl fuhren wir 50km an der Küste entlang bis Henties Bay, der letzten größeren Ansiedlung für mehrere Tage und dort checkte ich nochmals den Luftdruck an allen 4 Reifen und dem Ersatzrad genau nach Handbuchvorgabe und das war gut so, da der Druck in keinem Reifen die vorgeschriebenen Werte erreichte. Einen Platten hatten wir gottlob auf der gesamten Reise nicht.

Auf der C 35, einer Schotterautobahn mit erneut einer Fahrzeugbegegnung pro Stunde, entlang des Brandbergs, des höchsten Berges in Namibia, zunächst grob in Richtung Osten und dann nach Norden.

Unser Ziel war die Gegend um Twyfelfontain, einem Felsmassiv mit mehreren Tausend und bis zu 20.000 Jahre alten Felsgravuren, dem einzigen UNESCO Weltkulturerbe dieses Landes.

Ab hier musste ein Führer gebucht werden, denn auf eigene Faust darf man das Gelände nicht besichtigen.

Die berühmteste Gravur ist diese hier (Löwe mit Giraffe):

Säter wurde es Zeit für ein paar Tiersichtungen, dachten wir zumindest und die Verkehrszeichen ließen uns hoffen.

Die wenigen Menschen, die in dieser Halbwüste (?) leben haben es nicht einfach und das sieht man an ihren Gehöften und anderen Behausungen, wie diesem "Bauernhof".

Endlich!

Glück gehabt. Hier waren sie. Wildlebende Wüstenelefanten, die ungehindert durch das weite Land streifen.

Wir kamen bis auf wenige Meter, der Sicherheitsabstand wurde eingehalten, an die Tiere heran, da sie sehr entspannt wirkten und auf der Suche nach Schatten waren, den die wenigen und kleinen Bäume nur unzureichend lieferten.

Wüstenelefanten sind etwas kleiner als ihre Verwandten, die z.B. in der Etosha Pfanne leben, und haben sich optimal an die Wüste und die Berge angepasst. Sie klettern über Felsen und Hügel und waren zunächst nur sehr schwer in der weiten Landschaft zu entdecken, da ihre Haut fast die gleich Farbe wie die Umgebung hat.

Der Kleine legte sich erstmal zu einem Nickerchen ab.

Wir waren happy, da unsere Erwartungen mehr als erfüllt worden waren und fuhren auf weniger guten Wegen bis zu unserer Unterkunft, dem Mowani Mountain Camp, mitten im Nirgendwo der Berge im Damaraland.

Am Ende dieses Tages hatten wir mehr als 350km auf dem Tacho und waren froh über ein kühles Bad im Felsenpool und einem sehr guten Abendessen in der Lodge.

 


 
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LuckyLouise




648 Beiträge

RE: Namibia 2017 - Reisebericht - Mit der Dose, Interesse? , 01 May. 2017 21:48


Grandios!!!!

Vielen Dank für den tollen Bericht und die schönen Photos   

LG aus dem Elsass
Véro
 
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FLHRCI



Moderator
19747 Beiträge

RE: Namibia 2017 - Reisebericht - Mit der Dose, Interesse? , 02 May. 2017 12:18


mehr .... 

Gruss Hans

I-mehl
twincam-forum
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sepp



Moderator
8107 Beiträge

RE: Namibia 2017 - Reisebericht - Mit der Dose, Interesse? , 02 May. 2017 19:39


Ok, ok, es geht weiter.

Zur Orientierung, für diejenigen die sich dafür interessieren.

Wir starten heute beim Mowani Mountain Camp, etwa an der Einmündung der D3254 in die D2612, nördlich des Brandbergs und fahren zunächst auf der D2612 in westliche Richtung bis zur C39.

Eigentlich wollten wir auf der D2612 wieder in östliche Richtung zurückfahren, was jedoch nicht möglich war, da ein ansonsten trockenes Flußbett ganz in der Nähe, aufgrund des starken Regens östlich des Damaralandes nicht zu passieren war.

An der C39 bogen wir nach rechts, Richtung Petrified Forest und Khoriax ab, wo wir tankten und nach der Reifenluft schauten.

Unser Endpunkt an diesem Tag war der Etosha Nationalpark, eines der Highlights in Namibia.

Ab Khoriax fuhren wir abseits der Hauptstraße und dachten zunächst in Arizona zu sein.

Hier lief uns dann dieser Bursche über den Weg.

Power pur und Muskeln ohne Ende, auch wenn man das auf diesem Bild nicht so gut erkennen kann.

Die Fingerklip ließen wir selbstverständlich auch nicht aus.

Und schon waren wir durch das Eingangstor des Etosha NP - HALT: So schnell ging das nicht. Papiere ausfüllen und Koffer öffnen. Unser Fahrzeug wurde auf Kühlboxen und Fleischvorräte (beides hatten wir nicht an Bord) untersucht.

Quer durch Namibia geht eine unsichtbare Grenze, über die von Süden nach Norden (glaube ich jedenfalls) keine Fleischprodukte transportiert werden dürfen. Überall an den Straßen sind entsprechende Kontrollstellen eingerichtet. Dadurch will man die Übertragung von Krankheiten verhindern - na ja, ob es was nützt?

Etosha Pfanne.

Wir kurvten kreuz und quer durch den riesigen Park und sahen ein paar Tierchen.

Schakal.

Gnu.

Übernachtet haben wir im Halali Rest Camp, mitten im Park.

Man merkte deutlich, dass diese Unterkunft staatlich geführt wird und sich niemand so richtig um die Sauberkeit und den Service kümmerte.

Den ganzen nächsten Tag waren wir auch noch im Etosha und ich verspreche Euch, es gibt noch mehr Tiere zu sehen.




Geändert von sepp am 2.May.2017 19:41
 
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Black Roadking




1789 Beiträge

RE: Namibia 2017 - Reisebericht - Mit der Dose, Interesse? , 02 May. 2017 20:56


Hi Klaus,

klasse Bilder und Reisebericht !

Vielen Dank dafür und bitte noch mehr davon.

Gruß aus dem Nordschwarzwald.

Dirk


2007 FLHRCI
1992 FXDB-D Bobber
Loud Pipes Save Lives

 
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FLHRCI



Moderator
19747 Beiträge

RE: Namibia 2017 - Reisebericht - Mit der Dose, Interesse? , 03 May. 2017 13:12


Jawoll 

Gruss Hans

I-mehl
twincam-forum
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nighttrainknox




3894 Beiträge

RE: Namibia 2017 - Reisebericht - Mit der Dose, Interesse? , 03 May. 2017 17:45


sehr schön!!

Gruß

Steffen



 
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sepp



Moderator
8107 Beiträge

RE: Namibia 2017 - Reisebericht - Mit der Dose, Interesse? , 03 May. 2017 19:33


Zu diesem Tag gibt es nicht viel zu erzählen.

Wir blieben im Etosha NP, die Unterkunft in Halali war für zwei Nächte gebucht und versuchten Tiere zu beobachten, was nach unserer Meinung auch gut gelang.

Verschiedene Wege waren wegen "Hochwassers" gesperrt, trotzdem fuhren wir um die 150km im Park.

Gleich zu Anfang unserer Pirsch kam dieser prächtige Bursche aus dem Gebüsch und beharrte auf seinem Vorfahrtsrecht.

Dann die üblichen Verdächtigen.

Oryx.

Diese Herrschaften lagen faul im Schatten, direkt an der Straße.

Ein paar Meter weiter dann diese nette Ansammlung.

Wo gehen sie alle hin?

Ca. 2 Tage altes Zebra, noch recht wackelig auf den Beinen.

Wir sahen noch viele weitere Tiere / Tierbabys. Überhaupt wird einem im Etosha NP in dieser Beziehung sehr viel geboten.

Leider begegneten uns hier keine Elefanten, da diese sich, lt. Auskunft einer Rangerin, in den Süden des Parks begeben hatten und dort waren die Wege für die Besucher gesperrt.

Das gewählte Abendessen im Camp war eher nicht nach meinem Geschmack (zähes Gnu und verkochtes Gemüse) und stand in keinem Verhältnis zum Preis.

Später verbrachten wir noch 2 Stunden am beleuchteten Wasserloch des Rest Camps, an welches jedoch keine Tiere kamen. Verständlich, da es während der Regenzeit genug andere Wasserlöcher gibt.

Da ab 19.00 Uhr das Eingangstor an der einzigen Zufahrt zum Camp geschlossen wurde, war abends und vor allem nachts kein Lärm durch Fahrzeuge zu hören. Wir hatten einen Bungalow ganz am Rand bei der Umzäunung erhalten und bis auf ein paar Tierschreie in der Nacht herrschte hier absolute Stille.

Regenzeit: Wir hatten Glück und nur an zwei Nachmittagen jeweils einen kleinen Regenguß, der nicht weiter störte. In mehreren Nächten schüttete es jedoch aus Kübeln - morgens war aber wieder Sonnenschein angesagt.




Geändert von sepp am 3.May.2017 19:37
 
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Rockerbox-FLHT




840 Beiträge

RE: Namibia 2017 - Reisebericht - Mit der Dose, Interesse? , 04 May. 2017 21:05


Super, sehr schöner Bericht!

Gruß, Sven


 
 
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Bei ForumRomanum, im Forum suchen nach Namibia Reisebericht Dose Inte ...
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